Sicht gleitet vorbei und so grün hell wie jetzt ist es nur zu dieser Zeit. Niemals jemals wieder in einem Jahr ist das Grün wahnsinnig wie jetzt ich mache Videos und Fotos von dem Wald außenrum um den Omnibus. In der Mandarinenkiste in der Küche wachsen die Zwiebeln sodass ich eine werde einpflanzen müssen, es riecht nach Chlorophyll bisweilen oder am Abend nach dem Elefantenhaus von vor 40 Jahren. [30.4.26]
japanische erdbeeren
auf dem weg zum bus einmal nass geworden. jetzt wieder sonnenschein. am emmichplatz sehe ich ein (japanisches?) paar, die frau fotografiert einen verkaufsstand in form einer riesigen, würfelförmigen erdbeere. auf dem leinenbeutel des mannes kann ich das wort „quintett“ lesen, sie gehen in richtung musikhochschule über die ampel. notiere ins handy: japanische erdbeeren. [4.6.26]
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letztenendes doch ermüdlich die zikaden ein hüpfer fährt auf deinem fahrradlenker von der nordstadt in den hinterhof.
Mittsommer
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mittagessen mit n. am anfang der limmer, wackeliger tisch neben der ausgabe, ein radio spielt via internet einen italienischen sender und es ist alles wie an einem beliebigen donnerstagmittag. [16.4.26]
Aus den Briefen – 26 –
Im Hinterhof singt das Rotkehlchen, vorne, auf der Straße, singt der Laubbläser. Später am Morgen eine kurze Besorgungstour, mit dem Pulli durch die noch etwas zu kühle Luft. Zwei Banken und ein Tchibo. Vor dem Tedi an der Vahrenwalder schiebt eine Frau mit einem Hubwagen eine Palette bunter Bälle auf den Gehweg.
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im bahnhof steht einer mit dem rücken zum geländer eines lichtschachts zur einkaufsmeile unter der erde und hält eine rede mit lauter stimme „kann sein ich bin dagegen allergisch ich weiß es nicht ich mag zum beispiel morgens keine wurst dann schenkt dir einer ein salamibrötchen dann stehste doof da„.
grand hotel: auf dem französischen balkon vor seinem zimmer ein mann im weißen bademantel, er schaut auf sein handy. [25. 3., zwischen viertel nach sieben und halb acht]
architekturwettbewerb »dystopisches bauen«, 1. platz
wir bauen an unserem schönsten dystopia im verlorenen land zwischen müllverbrennung und moor. die punks sind fort und mittlerweile auch der eine hoffnungsvolle bauwagen, der stehen geblieben war. an seiner stelle stapeln sich nun zweistöckig ausrangierte wohncontainer. an einem steht „container 1 2300 c“, an einem anderen „not an entry“. einige paare schuhe sind in den zweigen der bäume hängen geblieben und einige dämonen wohl auch. neue sind hinzugekommen, davon ist auszugehen
kneipengeschichte
als ich (gestern) am morgen unterwegs war zum training rettungswageneinsatz in dem haus, in dem der vater und die oma früher gewohnt haben. die straße ist bei uns um die ecke. wörtlich zu verstehen. große straße. sie haben mindestens zwei mal an großen straßen gewohnt. der rtw steht vor der kneipe, die unten im erdgeschoss sich befindet (»old inn«). erinnere mich, dass vater mir einmal erzählt hat, als wir im auto an dem haus vorbeifuhren, dass dort auch schon eine kneipe drin gewesen ist, als er noch dort gewohnt hat. aber die hieß damals anders. rotierendes blaulicht. es ist kurz nach 9 uhr.
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die flaggen auf halbmast vor der polizeidirektion. gegenüber, in den kleingärten, hängt eine trotzige smiley-fahne fröhlich in der feuchten morgenluft. an einem zaun plakate: »van gogh the immersive experience« und »die größten beweglichen dinosaurier der welt«. which one tastes better?








